Als Teil einer provisorischen Leitlinie zum Einsatz von Cannabis als Medizin hier die Diagnosen bei denen in den USA Cannabis als Medizin eingesetzt werden kann. Sie stammen dem jährlichen Bericht „Medical Marijuana Access in the US: A Patient-Focused Analysis of the Patchwork of State Laws“ der Organisation Americans for Safe Access.

Die meisten Staaten mit einem Cannabis als Medizin Programm erlauben die Nutzung nur bei bestimmten Diagnosen. In Kalifornien, Massachusetts, D.C. sowie Maryland kann unter Umständen Cannabis auch bei weiteren Diagnosen eingesetzt werden. Zudem gibt es zahlreiche Staaten in denen nur der Einsatz von CBD legal ist und dies meist nur bei Epilepsie.

Die mit Abstand häufigsten Diagnosen sind:

  • Kachexie, Wasting-Syndrom, Übelkeit
  • Krebs
  • Glaukom
  • HIV/AIDS
  • Multiple Sklerose und Spastik
  • Krämpfe / Epilepsie
  • Schwere, chronische und/oder hartnäckiger Schmerzen

Andere Diagnosen sind mitunter nur in einem Bundesstaat berücksichtigt. Interessant ist dass hier weder ADHS, Depressionen noch Tourette-Syndrom in der Liste auftauchen. Hier die vollständige Liste: Weiterlesen

Cannabis als Medizin in Deutschland...
Cannabis als Medizin in Deutschland…

Das ärztliche Handeln von Ärzten und Patienten orientiert sich in der Praxis an medizinischen Leitlinien. Der Einsatz von Cannabis als Medizin bzw. der Nichteinsatz in Deutschland kann durch Mangel von Leitlinien erklärt werden. Ohne solche Feststellungen mit wissenschaftlich fundierten Handlungsempfehlungen wird Cannabis in der Regelversorgung nicht eingesetzt werden. Es bedarf eines überdurchschnittlichen Aufwandes durch Patient oder Arzt eine Behandlung mit Cannabis einzusetzen. Neben dem Wissen mangelt es auch schon zuvor an der Bereitschaft Cannabis als Medizin anzuerkennen. Patienten scheitern oft trotz eindrucksvoller Erfahrungen an ihrem Arzt, der es nicht gewohnt ist sich von seinem Patienten belehren zu lassen.

Eine evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zum generellen Einsatz von Cannabis als Medizin wäre der erste Baustein für die Verankerung von Cannabis als Medizin in der Regelversorgung. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin wäre prädestiniert für das Erarbeiten einer solchen. Das zentrale Problem wäre der Mangel an Studien zur Fundierung der Empfehlungen. Diese Wissenslücke ist das Ergebnis der Prohibitionspolitik, die auch Forschung und den Einsatz als Medizin über Jahrzehnte verhindert hat. Diese und weitere Besonderheiten bei Cannabis machen derzeit die Entwicklung einer S3-Leitlinie nach den Regeln der „reinen Lehre“ unmöglich. Angesichts des großen Potenzials von Cannabis als Medizin wäre es jedoch unverantwortbar nicht zumindest zu versuchen alles bestehende Wissen zu sammeln um zumindest schwache Empfehlungen aussprechen zu können.

Aufruf: Unterstützt die Erstellung der Leitlinie „Cannabis als Medizin“!

Siehe auch: Spenden und Verwendung

Inhalt einer provisorischen Leitlinie zum Cannabis als Medizin

Diese Feststellung basieren auf den in den Quellen genannten Dokumenten. Es gilt der übliche Disclaimer.