Importierte Cannabisblüten von Bedrocan sind ein Fertigarzneimitel
Importierte Cannabisblüten von Bedrocan sind ein Fertigarzneimittel

Mehrere Patienten berichteten davon dass ihr Apotheke die Cannabisdosen öffnen und prüfen würde.

[Update]

Also ich habe in der Apotheke meines Vertrauens nachgefragt in Berlin gefragt und konnte die Sache klären. Die Apotheke verkauft an zahlreiche Patienten in Berlin und hat regelmäßig Ware im Lager ohne Vorbestellung. Der Sachverhalt stellt sie wie folgt dar und ersetzt damit meinen ursprünglichen Beitrag:

Eine Dose pro Charge muss geprüft werden. Das ist bei ihm natürlich nur ein von vielen und bei Apotheken die nur eine Dose pro Monat verkaufen fast jede Dose. Daher rühren die unterschiedlichen Erfahrungen. Es wird nicht als Fertigarzneimittel, sondern als Rohstoff behandelt.

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Ich habe eine Begründung dagegen gefunden:

Laut dem aktuellen Gesetzentwurf handelt es sich beim Bedrocan Cannabis um Fertigarzneimittel:

Zu Artikel 3 (Änderung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung)

Zu Nummer 1

[…] Cannabis zu medizinischen Zwecken in Form getrockneter Blüten, der in der bisher nach Deutschland importierten Form arzneimittelrechtlich ein Fertigarzneimittel ist, erfüllt den betäubungsmittelrechtlichen Zubereitungsbegriff nach § 2 Absatz 1 Nummer 2 BtMG nicht.

Eine Prüfung der Stoffe durch die Apotheke ist nur bei Rezepturarzneimitteln vorgeschrieben.

Für Fertigarzneimittel gilt Verordnung über den Betrieb von Apotheken (Apothekenbetriebsordnung – ApBetrO) – § 12 Prüfung der nicht in der Apotheke hergestellten Fertigarzneimittel und apothekenpflichtigen Medizinprodukte

(1) Fertigarzneimittel, die nicht in der Apotheke hergestellt worden sind, sind stichprobenweise zu prüfen. Dabei darf von einer über die Sinnesprüfung hinausgehenden Prüfung abgesehen werden, wenn sich keine Anhaltspunkte ergeben haben, die Zweifel an der ordnungsgemäßen Qualität des Arzneimittels begründen. Die Sätze 1 und 2 gelten für apothekenpflichtige Medizinprodukte entsprechend.

3 Gedanken zu „Öffnen von Bedrocan-Dosen durch die Apotheke rechtswidrig?

  1. Wie kommt ein Apotheker dazu, eine verschlossene Arzneipackung zu öffnen? Würde der Apotheker auch eine Handcremedose öffnen oder eine Pille aus der Tablettenpackung drücken?

  2. Versteht mich jetzt nicht falsch, aber was ist denn das Problem daran? Entnehmen die Apotheker etwas von dem Arzneimittel? Oder schauen die nur, ob sich kein Schimmel gebildet hat?

    Laut ApBetrO ist das ja nicht unbedingt notwendig, wird aber stichprobenweise verlangt.

    Ich hab lieber einen Apotheker, der meine Medizin prüft, als einen Dealer, der sie streckt.

  3. Hier scheint es großes Unwissen beim Thema Arzneimittelrecht zu geben. Es geht um Haftungsrecht. Für Fertigarzneimittel, also Arzneimittel, die unverändert von der Apotheke in den Verkehr gebracht werden und die eine Packungsbeilage enthalten, haftet der Hersteller. Für Arzneimittel, die in der Apotheke hergestellt oder verändert werden und keine Packungsbeilage enthalten, haftet die Apotheke. Im letzten Fall MUSS die Apotheke die Qualität des Arzneimittels gewährleisten und das geht nur durch eine vorschriftsmäßige Überprüfung. Geprüft wird mindestens die Identität, denn bei Rohstoffen wird gerne mal geschummelt oder gestreckt. Bei Cannabis macht man das über die mikroskopischen und makroskopischen Merkmale bzw. mit Hilfe einer Dünnschichtchromatographie. Hanfsorten gibt es viele und die Apotheke muss garantieren, dass der THC- und CBD-Gehalt stimmt und nicht gestreckte Kamelkacke enthalten ist, denn schließlich ist das Cannabis als Arzneimittel dazu bestimmt, bei einem kranken Menschen, Leid zu lindern.

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