Die Konservativen in den Niederlanden versuchen seit geraumer Zeit die Anzahl der Coffee-Shops sowie deren allgemeine Zugänglichkeit einzuschränken. Die aktuelle konservativ-rechte Regierung versucht nun per Verordnung die Coffee-Shops zu zwingen spätestens 2012 nur noch Menschen zu bedienen, die in den Niederlanden gemeldet sind. Dieser Beschluss zeigt dass die Drogenpolitik dort eines nicht verstanden hat: Ohne echte Legalisierung geht es nicht! Verbote machen Drogen zu einer wertvollen Schwarzmarktware und das schafft Profite für die Kriminalität. It’s the drug economy, stupid!

Noch stehen die Türen der Coffee-Shops allerdings noch offen und es recht sich gerade auf kommunaler Ebene eine Menge Widerstand: Die Organisation Stichting Verslavingszorg Noord Nederland (VNN), eine Einrichtung der Suchthilfe Nord-Niederlande, befürchtet dass durch die geplante – aber noch nicht beschlossene – Einführung eines Wietpass für die niederländischen Coffee-Shops die öffentlichen Probleme wie Drogenhandel auf der Straße zunehmen würden. [via Hanfplantage] Ähnlich hatten sich bereits Politiker aus den betroffenen Städten geäußert, Eberhard van der Laan, der sozialdemokratische Bürgermeister von Amsterdam sagte beim Bekanntwerden der Pläne: „Die Coffeeshops haben den Gebrauch weicher Drogen beherrschbar gemacht. Wir haben dort alles unter Kontrolle.“ Seine Stadt hat der niederländischen Regierung signalisiert dass sie von deren Plänen für den Wietpass und damit dem Ausschluß von Nicht-Niederländern sowie den Mindestabständen zwischen Coffeeshops nichts hält. Zudem ist Amsterdam der Meinung dass die Regierung in diesen Fragen gar keine Kompetenzen besitzt und damit die Verordnung gegenstandslos sei. Der Stadtrat von Maastricht sprach sich ebenfalls gegen eine Coffeeshop-Schließungen aus, ist allerdings selbst noch ratlos wie die Probleme gelöst werden könnten. Eine räumliche Entzerrung wird auch vom Bürgermeister der Stadt Maastricht, Onno Hoes, skeptisch gesehen.

Der Hanfverband kann die Frage ob und wie lange Touristen noch in die niederländischen Coffee-Shops reingelassen werden leider „weiterhin nicht beantworten. Zur Zeit sagt das niederländische Politbarometer: In Grenznähe nur noch wenige Monate, in Amsterdam bis 2015. Aber das Barometer wird bestimmt bald wieder anders stehen und die nächste Vorhersage ist fällig. Ich bin gespannt, wann uns der erste Konsument berichtet, dass er wegen der neuen Regelung nicht in einen Coffeeshop gelassen wurde…

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